Faschingperücken
Mai09

Faschingperücken

Perücken waren bereits in der Antike gebräuchlich und wurden unter Ludwig XIV. zu einem Statussymbol für Adel und Höflinge. Heute werden sie hauptsächlich aus kosmetischen und beruflichen Gründen oder bei Kostümfesten genutzt. Ohne eine zum Outfit passende Faschingperücke ist die Kostümierung nicht komplett. Dabei ist die Auswahl an Faschingperücken riesig: Es gibt sie in natürlichen aussehenden Haarfarben oder bunt, mit kurzem oder langem Haar, glatt oder lockig frisiert, für Männer, Frauen und Kinder. Die Wahl der richtigen Faschingperücke hängt in erster Linie vom gewählten Kostüm ab. Will man sich einfach nur verkleiden, kann eine in Stil oder Farbe auffallende Faschingperücke besondere Akzente setzen. Soll die Verkleidung dagegen eine bekannte Persönlichkeit oder eine bestimmtes Motiv darstellen, muss die Faschingperücke in Frisur und Farbe dazu passen. Im allgemeinen werden Perücken für den Alltagseinsatz entweder aus Echt- oder Kunsthaar angefertigt. Ihre Herstellung erfolgt oft in Handarbeit und das Ergebnis ist ein vollkommen natürlich wirkender Haarersatz. Bei Faschingperücken gelten meistens andere Kriterien: Sie sollen nicht viel kosten und können gern danach aussehen, was sie sind. Eine herkömmliche Faschingperücke wird deshalb aus synthetischen Polyesterfasern hergestellt. Bei dieser sogenannten Tressenperücke werden Kunsthaare maschinell auf Baumwollbänder aufgenäht und diese dann wie ein Netz miteinander verbunden. Diese Art Faschingperücken stammen hauptsächlich aus billiger, in Asien hergestellter Massenproduktion. Bei ihnen ist der Tressenabstand sehr breit und die in den einzelnen Tressen verarbeitete Kunsthaarmenge zu gering. Deshalb scheint der Monturstoff hindurch und man sieht sofort, dass es sich um eine Perücke handelt. Was Atmungsaktivität und Tragekomfort angeht, müssen bei einer solchen Faschingperücke natürlich genauso Abstriche gemacht werden wie in Bezug auf Haltbarkeit und Formstabilität. Nun ist der Einsatz von Faschingperücken ist nicht allein auf die sogenannte „fünfte Jahreszeit“ beschränkt. Es gibt Maskenbälle und Mottopartys und auch zu Halloween ist es üblich, sich zu verkleiden. Wer also öfter Anlass hat, Faschingperücken zu tragen, sollte die Anschaffung einer qualitativ hochwertigeren Faschingperücke in Erwägung ziehen. Dabei muss es durchaus nicht unbedingt eine Echthaarperücke sein. Eins der am häufigsten verwendeten Materialien für Faschingperücken in guter Qualität ist Kanekalon. Dieses synthetische Material für hochwertige Kunsthaarperücken wirkt so natürlich, dass es von echtem Haar kaum zu unterscheiden ist. Dabei sind diese Faschingperücken in der Handhabung sehr unkompliziert und behalten bei Anwendung spezieller Perückenpflegeprodukte auch nach dem Waschen ihre Form und ihr natürliches Aussehen. Solche hochwertigen Faschingperücken werden von Perückenmachern, die ausgebildete Maskenbildner oder Friseure sind, zum überwiegenden Teil nicht maschinell, sondern in Handarbeit hergestellt. Dabei knüpft man die einzelnen Haare auf einen Montierstoff aus hauchdünner Baumwolle oder veredeltem Tüllgewebe. Die fertige Faschingperücke ist wie natürliches Haar frisierbar, leicht, bequem und luftdurchlässig. Durch die Knüpftechnik wirken die Haaransätze echt und da die eigene Kopfhaut durch den...

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Kunsthaarperücken
Mai04

Kunsthaarperücken

Für den Kauf einer Perücke gibt es mehrere Gründe. Es kann der Wunsch auf eine spontane Veränderung sein oder die Lust, jederzeit ganz nach Laune zwischen unterschiedlichen Haarfarben und Frisuren wechseln zu können, wie dies mit dem eigenen Haar nicht möglich wäre. Anstehende festliche oder offizielle Termine, vor denen die Zeit für einen Friseurbesuch nicht mehr reicht, lassen sich mit einer schicken Perücke retten. Selbst das Bestreben, irgendwo möglichst unerkannt zu bleiben, lässt sich mit einer Perücke chancenreich umsetzen, denn Haare und Frisur bilden einen bedeutenden Faktor der äußeren Erscheinung. So finden Perücken in einer weiteren weniger erfreulichen Lebenssituation ebenfalls häufige Verwendung: bei starkem Haarausfall beziehungsweise bereits vorhandener Glatze. Beides kann auch bei Frauen anlagebedingt sein, ist oft aber Begleitumstand einer Chemotherapie. Während bei Männern Haarausfall als normal gilt, Glatzen gar als sexy, erregt er bei Frauen unweigerlich Aufsehen. In vielen Köpfen ist er automatisch mit dem Gedanken an eine Krebserkrankung verknüpft mit entsprechenden Reaktionen. Eine Perücke verhilft hier zu mehr Normalität. Eine weitere Personengruppe zählt zu treuen Stammkunden: Transfrauen, das heißt: Mann-zu-Frau-Transsexuelle. Gelegentlich hat vor der Anpassung an den weiblichen Körper bereits männlicher Haarausfall begonnen, der später zwar gestoppt, aber nicht rückgängig gemacht werden kann. Da verhilft eine Perücke zu einem perfekten weiblichen Erscheinungsbild. Neben der Verwendung im Alltag spielen Perücken beim Theater oder Film eine große Rolle. Keine Schauspielerin und kein Schauspieler können jederzeit ihre eigenen Haare der darzustellenden Figur anpassen, wollen es sicher auch nicht. Manche Stücke erfordern auch historische Perücken, die als solche erkennbar sein sollen. Echt- oder Kunsthaar? Naheliegend wäre, eine Echthaarperücke als erste Wahl zu sehen. Echtes wird von Echtem ersetzt. Das erscheint logisch. Der relativ hohe Anschaffungspreis führt jedoch rasch zum Nachdenken. Ist eine Kunsthaarperücke nicht auch gut? Worin unterscheiden sich die beiden Perückenarten? Da seit Jahrzehnten beide Typen erfolgreich auf dem Markt sind, muss es Gründe dafür geben. Bald zeigt sich, dass das Angebot von Kunsthaarperücken erheblich größer ist als bei Echthaarperücken. Es gibt längst so gut verarbeitete Perücken aus Kunsthaar, das sie mit bloßem Auge und beim Anfassen kaum von echtem Haar zu unterscheiden sind. Befürchtungen, das Haar könne irgendwie unnatürlich glänzen und damit seine Herkunft verraten, sind völlig unbegründet. An dieser Stelle lässt sich ahnen, dass bei so guter Fertigung der deutlich günstigere Preis für eine Kunsthaarperücke oft ausschlaggebend für den Kauf ist. Kunsthaarperücken halten noch mehr Argumente für ihren Kauf bereit: Sie bringen ein größeres Volumen als die Echthaarvariante und werden wie diese ebenfalls handgeknüpft für ein natürliches Aussehen. Kunsthaar ist meistens leichter als Echthaar. Während früher das Kunsthaar keine Hitze vertrug, gibt es inzwischen Perücken aus speziellem hitzestabilen Material. Echthaarperücken wiederum vertragen Hitze, was bedeutet, dass es...

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Echthaarperücken färben
Mrz17

Echthaarperücken färben

Echthaarperücken bieten nicht nur die Möglichkeit den natürlichen individuellen Look zu verändern, sondern sind für viele Menschen meist die einzige Möglichkeit eventuelle optische „Missstände“, die nicht nur durch Krankheiten, sondern auch durch Stress oder hormonbedingte Umstände auftreten können, zu kaschieren. Dies ermöglicht jedem Betroffenen nicht nur im Privatleben, sondern auch im beruflichen Alltag mit einem gepflegten Äußeren zu glänzen. Für viele bleibt da nur noch der Gang zum Friseur oder zu einem sonstigen Spezialisten, der in der Herstellung dieser Zweithaare über besondere Kenntnisse verfügt. Personen, die bereits begeisterte Perückenträger sind, können in herkömmlichen Kaufhäusern oder Afroshops durchaus das ein oder andere Schnäppchen ergattern. Wer sich mit dem Tragen von Perücken noch nicht ausführlich beschäftigt hat, sollte sich vorab in einem Fachgeschäft beraten lassen. Echthaarperücken werden vorwiegend aus den hochwertigen Haaren von jungen indischen Frauen hergestellt, die ihre Haare in einem Hochzeitsritual im Tempel opfern und somit für die Zeit als zukünftige Ehegattin mit allen guten Wünschen der Götter gesegnet sind. Das indische Haar eignet sich besonders gut für die Herstellung dieser Echthaarperücken, da sie in ihrer Struktur dem europäischen Haar sehr ähnlich sind. Echthaare aus anderen europäischen Ländern wurden meist bereits chemisch behandelt und verfügen nicht über die ausreichende Qualität. Im Gegensatz zu Kunsthaarperücken können Echthaare individuell frisiert und gepflegt werden. Wer mit der angebotenen natürlichen Haarfarbe der Perücke nicht zufrieden ist, kann hier mit den herkömmlichen Haarfarben, die in jedem Supermarkt und jeder Drogerie mittlerweile erhältlich sind, die Haare dem gewünschten Farbton anpassen. Ob blond oder schwarz, die Auswahl an natürlich wirkenden Farbtönen ist groß und zaubert ein natürliches Aussehen, auch für Echthaarperücken. Echthaarperücken färben geht schnell und problemlos vonstatten. Am besten verwendet man hierzu die heimische Badewanne, die man mit einer Plastikfolie vor hässlichen Farbflecken schützen kann. Da für die Herstellung von Echthaarperücken sehr viele Haare benötigt werden, sollte man sich vorab schon einmal 2 Packungen der gewünschten Haarfarbe besorgen, damit man das gewünschte Ergebnis erzielen kann. Gerade bei langem Haar reicht hier eine Packung der gewünschten Haarcoloration oftmals nicht aus. Echthaarperücken sind in Pflege und Styling genauso zu behandeln, wie empfindliches und strapaziertes Naturhaar. Für das Waschen der Haare sollten vorwiegende milde und pflegende Shampoos zur Anwendung kommen. Eine abschließende Haarspülung oder Pflegekur lässt das Haar besonders glänzend und natürlich erscheinen. Das Färben sowie das anschließende Styling können wie bei natürlichem Haar erfolgen. Ob Färben, Waschen, Aufdrehen oder Fönen, Echthaarperücken sind nicht nur eine willkommene Alternative bei genetisch oder krankheitsbedingtem Haarausfall, auch zur optischen Typenveränderung sind sie besonders gut geeignet. Sie sehen, Echthaarperücken färben ist ein sehr umfangreiches Thema, dass wir in Zukunft weiterhin in unserem Blog thematisieren...

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Literatur zum Thema Perücken
Mrz14

Literatur zum Thema Perücken

Möchten Sie sich noch weiter in die Materie der Perücken vertiefen? Ob es um krankheitsbedingten Haarausfall und dessen Kaschierung geht, um die Geschichte der Perücke in den verschiedenen Epochen und Kulturen, um das Perückenmacherhandwerk oder eine ganz praktische Materialkunde für Friseure und Maskenbildner – hier finden Sie eine kleine Auswahl weiterführender Literatur. Sophie van der Stap: Heute bin ich blond. Das Mädchen mit den neun Perücken. Erfahrungsbericht einer mit einundzwanzig Jahren an Krebs erkrankten Frau. Sie kauft neun verschiedene Perücken und schlüpft damit in neun verschiedene Rollen, denen sie verschiedene Namen gibt: Pam, Daisy, Blondie, Platina, Sue, Oema, Stella, Bebé und Lydia. Die verschiedenen Persönlichkeiten helfen ihr bei der Bewältigung ihrer Krankheit. Und schließlich steckt in jeder dieser Persönlichkeiten ein Stück Sophie. http://www.amazon.de/dp/3426780917/ Ralph M. Trüeb: Haare. Praxis der Trichologie Dieses bilderreiche Standardwerk von Ralph M. Trüeb zeichnet die physiologischen Grundlagen des Haarwuchses nach sowie die Formen einzelner Haarerkrankungen, um dann Therapiemöglichkeiten aufzuzeigen. Perücken spielen hier unter dem Stichwort „Camouflage und Haararbeiten“ eine Rolle. Ein umfangreiches Kapitel widmet sich dem Zusammenhang von Haaren und Psyche. http://www.amazon.de/dp/3798513244/ Katharina Rossmann und Christiane Willems: Haarlose Zeiten Dieser Ratgeber für Chemotherapie-Patienten beschäftigt sich intensiv mit der Erschütterung des Selbstbildes, die das haarlose Ich im Spiegel plötzlich verursacht. Ein umfangreiches Kapitel zur Perückenkunde wird ergänzt durch die Darstellung modischer Kopfbedeckungen udn Tuchbindetechniken. http://www.amazon.de/dp/3000258345/ Ralph M. Trüeb und Doris Lier: Hauptsache Haar. Das Haar im Spiegel von Medizin und Psychologie Um den Effekt von vollem Haar auf unser psychisches Gleichgewicht geht es auch in diesem Standardwerk Trüebs. Ob Frisuer, Mediziner oder Betroffener – dieses Nachschlagewerk ist für jeden geeignet, der sich mit dem Haarwachstum bzw. Nichtwachstum auseinandersetzt. http://www.amazon.de/dp/3907625137/ Petra Jany, Karsten Diekmann, Hanna Lipp-Thoben und Dieter Lück: Friseurfachkunde Dieses klassische Lehrbuch widmet sich allen Themen, mit denen sich ein professioneller Friseur auseinandersetzen muss. Im Kapitel „Haarschnitt – Frisur – Haarersatz“ werden die verschiedenen Arten von Haarersatz diskutiert, das Unterkapitel „Haarsorten“ behandelt die Vor- und Nachteile von Echthaar und Kunsthaar. http://www.amazon.de/dp/3834807818/ Jenny Latz: Wirksame Hilfe bei Haarausfall Ursachen erkennen, Lösungen finden. Tipps für einen selbstbewussten Alltag. Besser leben mit HAIRCOACHING Das Haircoaching von Jenny Latz geht nicht nur auf die medizinische und psychische Seite des Haarverlustes ein, sondern informiert auch kompetent über Therapieformen. Hierbei finden nicht nur die aktuellen Arzneimittel Erwähnung, sondern auch Hilfsmittel wie Haartransplantationen und Perücken. http://www.amazon.de/dp/3830434103/ Isabelle Gazar von Hirzel: Haarausfall. Was tun? Haarwuchsmittel, Medikamente, Haartransplantation und Haarersatz – Dieses Selbsthilfebuch behandelt auch die Möglichkeit, den Haarverlust mit Perücken zu kaschieren. http://www.amazon.de/dp/3777611344/ Nicole Tiedemann: Haar-Kunst. Zur Geschichte und Bedeutung eines menschlichen Schmuckstücks Dieses Monumentalwerk – eine Promotionsarbeit – behandelt Haarsymbolik, verschiedene Haar-Mythen, Haar-Rituale und wirft im Kapitel „Haare in Mode“ einen historischen Blick...

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Woher stammen eigentlich die Haare für eine Echthaarperücke
Mrz10

Woher stammen eigentlich die Haare für eine Echthaarperücke

Haarausfall kann die unterschiedlichsten Ursachen haben und ist nicht nur ein äußerst unangenehmer Zustand für Frauen, die sich ihrer weiblichen Erscheinung beraubt sehen, auch die Herren der Schöpfung legen heute großen Wert auf eine gepflegtes Erscheinungsbild ohne Glatze oder sonstige kahle Stellen auf dem Kopf. Langanhaltender Haarverlust Haarausfall ist bis zu einem gewissen Grad absolut normal, denn der Mensch verliert täglich zwischen 60 und 120 Haaren. Dies ist ganz unbedenklich und wirkt sich nicht auf das äußere Erscheinungsbild aus. Hormonschwankungen, Infektionen, Stress oder sonstige Erkrankungen können jedoch zu einem erheblich stärkeren Haarausfall führen. In diesem Fall sollte man dies jedoch nicht spurlos an sich vorbeigehen lassen, sondern einen Besuch beim Arzt in Betracht ziehen, der mit Blut-, oder sonstigen Tests die Ursachen herausfinden und die nötigen Gegenmaßnahmen einleiten kann. In vielen Fällen leiden betroffene Menschen enorm unter diesem langanhaltenden Haarverlust, der oftmals nicht eingedämmt oder nur mit einer längerfristigen Intensiv-Behandlung verzögert werden kann. In den meisten Fällen ist er jedoch kaum aufzuhalten und steigt mit erhöhtem Alter immer weiter an. Neben den Extensions oder der bekannten Haarintegration wird die seit Jahrhunderten bewährte Perücke immer beliebter. Vorbei sind die Zeiten der unansehnlichen und unnatürlich wirkenden Kunsthaarperücken, heute sind die modernen Perücken kaum von der natürlichen gewachsenen Haarpracht zu unterscheiden. Perücken aus Echthaar verfügen über eine besonders natürliche Erscheinung, die nicht nur Frauen sondern auch Männern zu einem natürlichen anmutenden Aussehen verhilft. Das Haar, das für die Herstellung der begehrten Echthaarperücken verwendet wird, stammt vorwiegend aus Indien. Dieses hochwertige Echthaar kommt aufgrund der genetischen Abstammung der europäischen Haarstruktur am nächsten und eignet sich somit besonders gut für die Perückenherstellung. Das chinesische oder afrikanische Haar ist oftmals zu dick und unterscheidet sich somit entscheidend im Aussehen. Indien Das glänzende indische Echthaar stammt vorwiegend von jungen indischen Frauen, die ihre Haare in einem Hochzeitsritual im Tempel opfern. Indische Echthaare besitzen einen ausgesprochen seidigen Glanz und verfügen über eine intakte Schuppenschicht, die der Perücke ihren natürlichen Look verleihen. Im Gegensatz zu Kunsthaar – Perücken können Modelle aus Echthaar sehr gut frisiert und unterschiedlich gestylt werden. Somit hat man auch mit einer Perücke einen ganz individuellen Look, der für bewunderte Blicke sorgt. Bildquelle: aboutpixel.de / © Marco...

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Die ehemalige Perückensteuer
Mrz09

Die ehemalige Perückensteuer

Die Geschichte der Perücke geht bis ins Altertum zurück. Selbst die alten Ägypter, Griechen und Römer waren leidenschaftliche Perückenträger. Nicht nur die Herren der Schöpfung versteckten Haarausfall oder die ersten lichten Stellen ihrer Haarpracht mit einer Perücke, auch in der Damenwelt waren die Kunsthaarschöpfungen sehr beliebt. Im Mittelalter hatte die Perücke ihre große Blütezeit. Sie entwickelte sich nicht nur zu einem Mode-Accessoire der ganz besonderen Art, sondern war auch ein Zeichen von Wohlstand und adeliger Herkunft. An den Höfen der europäischen Königshäuser gehörten sie bereits zur alltäglichen höfischen Kleidung und entwickelten sich zum Standessymbol. Bereits im 17. Jahrhundert entdeckte Ludwig IV seine Leidenschaft für die Allonge – Perücke, die sich durch eine wallende Lockenpracht, die meist bis zur Brust reichte, auszeichnete. Der mondäne Sonnenkönig ernannte sie 1673 zur Staatsperücke. Für die Herstellung wurde je nach dem Geldbeutel des Käufers, Menschen- oder Tierhaar verwendet. Sie war in verschiedenen Farben erhältlich und wurde vorwiegend von Männern getragen. Die Damenwelt hingegen orientierte sich in der Haarmode jedoch an der Herzogin von Fontanges, die nach einem kleinen Missgeschick während der Jagd in Sachen Frisur, ihre Haarpracht mit einem Band auf dem Kopf befestigte. So entstand die Fontange. Die Herzogin war die Maitresse Ludwigs IV, dem diese Art der Haarfrisur besonders gut gefiel. Diese neue Trendfrisur verbreitete sich wie ein Lauffeuer bei den Damen der Gesellschaft und erfreute sich großer Beliebtheit, die bis Anfang des 18. Jahrhunderts anhielt. Zu diesem Zeitpunkt kamen auch die bekannten weiß gepuderten Perücken immer mehr zum Einsatz. Sie wurden vorwiegend aus Pferde- oder Ziegenhaaren angefertigt und mit Mehl bestäubt. Diese Methode war jedoch ausschließlich adeligen Personen erlaubt. Menschen niederen Standes, wie z.B. Handwerker oder Bauern trugen keine Perücken, Händlern und Soldaten war lediglich die Kurzversion dieser künstlichen Haarpracht zugängig. Das Tragen von Perücken fand mit der französischen Revolution sein Ende. In Preußen wurde im Jahr 1698 eine Perückensteuer erhoben. Damit versuchte man die preußische Staatskasse zu füllen und entstandene Defizite auszugleichen. Auch damals erfreuten sich steuerliche Abgaben, die für die unterschiedlichsten Gegebenheiten zu zahlen waren, gerade bei den Staatsmännern dieser Zeit großer Beliebtheit. Neben der Jungfernsteuer, die unverheiratete Mädchen und Frauen zu zahlen hatten, entsprang diese Idee dem Reichgrafen Johann Kasimir Kolbe von Wartenburg, der als preußischer Premierminister so manche kuriose Steuerabgabe ins Leben rief. Seiner Kreativität entsprangen nicht nur die Perücken – und Jungfernsteuer, auch für den Genuss von Tee, Kaffee und Kakao musste sich der preußische Bürger zunächst einen Erlaubnisschein zulegen, der ein Jahr gültig und mit einer Gebühr von 2 Talern erhältlich war. Im Jahr 1717 erkannte man jedoch die Sinnlosigkeit der Perückensteuer und schafft sie wieder ab. Bildquelle: aboutpixel.de / Groschen 3 © Bernd...

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